Risikoschutz: Welche Versicherungspolicen wirklich nötig sind
In Deutschland werden Milliarden für unnütze und zu teure Versicherungsverträge verschwendet. Welche Versicherungen für Singles, Familien und Senioren wirklich wichtig sind, faßt VorFina hier zusammen:
Wie der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft meldet, horten die Deutschen rund 437 Millionen Versicherungsverträge. Das sind mehr als fünf Verträge pro Kopf. Das Masse nicht immer Klasse bedeutet ist klar. Trotz der großen Menge an Verträgen sind die wenigsten Bundesbürger wirklich gut abgesichert. Philip Offergeld von VorFina: „Oft werden überflüssige oder falsche Policen abgeschlossen."
Eine solide Absicherung gegen existentielle Risiken wie Krankheit oder Berufsunfähigkeit ist Pflicht. Auch Immobilien oder Autos, in denen ein guter Teil des Vermögens steckt, brauchen einen ausreichenden Versicherungsschutz. Rund 400 Euro pro Haushalt könnten die Bundesbürger jedes Jahr sparen, wenn sie ihr Versicherungsportfolio optimieren würden, berechnete der BVVB.
Unverzichtbare Policen
Jeder fünfte Berufstätige muss seinen Job wegen Krankheit vorzeitig aufgeben. Berufsunfähigkeitspolicen zählen daher zum Pflichtprogramm, zumindest für Versicherte mittleren Alters. Je jünger und gesünder der Interessent ist, desto niedriger sind die Prämien und geringer das Risiko einer Absage wegen Vorerkrankungen.
Pflicht in jeder Altersgruppe ist eine private Haftpflichtpolice, die vor hohen Regresszahlungen schützt. Wer andere versehentlich schwer verletzt, beispielsweise bei einem Unfall mit dem Fahrrad oder einem unbedachten Rempler, haftet ansonsten für die Folgen. Bei Invalidität kann der Betroffene schnell Hunderttausende Euro geltend machen.
Ebenso wichtig ist es, Hab und Gut abzusichern. Besonders schützenswert ist die Immobilie, da in den eigenen vier Wänden ein großer Teil des Vermögens steckt. Versicherte sollten leistungsstarke Policen wählen, die etwa auch bei grober Fahrlässigkeit zahlen und Überspannungsschäden nach einem Blitzschlag ins Stromnetz versichern.
Individuelles Risikoprofil optimieren
Thomas Freyberg, Versicherungsanalyst bei VorFina: "Kunden sollten nur Versicherungen abschließen, die Ihr persönliches Risiko in der jeweiligen Lebenslage abdecken". Für fast alle Policenarten wird mittlerweile ein unüberschaubares Leistungsspektrum angeboten. Das Problem: "Es gibt keinen best-price Versicherer, der Jedermann zu seinem individuellen Bedürfnissen rundum am billigsten versichert", sagt Freyberg. Kunden sollten daher den jeweils günstigsten Anbieter wählen, der ihre individuellen Risiken passgenau abdeckt.
Bei den verschiedenen Verträgen kann man schnell mehrere tausend Euro einsparen. Allein bei Risikolebensversicherungs-Policen bestehen laut Freyberg, Beitragsunterschiede von rund 75 Prozent.
Der Ordner „Versicherungen" sollte demnach auch öfters aus dem Schrank geholt werden und bestehende Policen verglichen werden. Denn Bestandskunden profitieren oft nicht von billigeren Preisen oder besseren Leistungen mit den Versicherer werben. "Gerade wenn sich die persönliche Lebenssituation verändert sollte der Ordner „Versicherungen" neu angelegt und überprüft werden" so Freyberg!
Nachfolgen noch mal ein kleiner Überblick der unverzichtbaren Policen für jede Lebenssituation:
Berufseinsteiger
Paare
Familien
Senioren